Riesling

Riesling ist eine weiße Reb- und Weinsorte, die zu den hochwertigsten und kulturprägenden Gewächsen gezählt wird. Die besten Rieslinge werden in klimatisch kühleren Weinbaugebieten erzeugt. Vor allem wird die Sorte in Deutschland, aber auch in zahlreichen anderen Weinbauländern angebaut. Riesling-Weine genießen hohes Ansehen auf internationalen Märkten. Viele Spitzenlagen sowohl in Deutschland als auch in anderen Weinbauländern sind mit Riesling bestockt. Vor allem in nördlichen Anbauländern wie Deutschland wird die Sorte fast ausschließlich in steilen Hängen angebaut. Riesling wird in Deutschland nachweislich seit mehr als 600 Jahren kultiviert.

 

Abstammung und Geschichte

Riesling ist eine natürliche Kreuzung aus Heunisch × Vitis vinifera subsp. sylvestris und Traminer-Klon und wurde vermutlich aus Wildrebenbeständen am Oberrhein ausgelesen.

Neben dem Weißen Riesling gibt es auch einen Roten Riesling. Dieser hat gegenüber dem Weißen Riesling nur rote Beeren, die einen Weißwein ergeben. Schwarzriesling und der Blaue Riesling sind nicht verwandt mit dem Weißen Riesling. Letztere Sorte findet sich nur in Sortimenten von Rebzuchtanstalten und hat keine wirtschaftliche Bedeutung.

Die erste schriftliche Erwähnung von Riesling-Reben ("Rüssling") stammt aus dem Jahr 1402 in Worms. Die nächste schriftliche Erwähnung ist in einer Rüsselsheimer Rechnung des Kellers Klaus Kleinfisch an seinen Herrn Graf Johann IV. von Katzenelnbogen vom 13. März 1435: Für einen neuen Weinberg wurden für 22 Schilling Setzreben einer neuen Weißweinsorte, eben des Rieslings, gekauft.

Bei der Neubestockung der Rheingauer Weinberge von Schloss Johannisberg im 18. Jahrhundert unter der Ägide der Fuldaer Erzbischöfe wurde fast ausschließlich auf den Riesling gesetzt. Im Jahre 1787 verfügte der Trierer Kurfürst Clemens Wenzeslaus von Sachsen, dass in seinem Herrschaftsbereich nur noch Riesling zu kultivieren sei.

 

Wein

Der Wein ist rassig, lebendig, frisch-elegant, stahlig und mineralisch. Kennzeichnend ist die typische pikante, fruchtige Säure. Fruchtaromen nach Steinobst (Marille) und exotischen Früchten bestimmen den Charakter des Weines. Die Farbe des Weins kann von Blassgelb mit Grünstich bis Goldgelb reichen. Erst nach längerem Weinausbau wird die volle Reife des Weines erreicht. Jungweine können noch säurebetont und unharmonisch im Geschmack erscheinen. Der Riesling besitzt die Fähigkeit, den Charakter der jeweiligen Lage besonders gut zum Ausdruck zu bringen. Aufgrund des relativ hohen Säuregehalts besitzen Rieslingweine eine gute Lagerfähigkeit (5–10 Jahre). Altersgereifte Weine weisen zudem häufig eine „Petrolnote“ auf. Mit Riesling können auch hochwertige süße Weine erzeugt werden. Entweder als Eiswein geerntet, oder die Konzentration erfolgt über die Edelfäule, die durch die Grauschimmelfäule (Botrytis cinerea) hervorgerufen wird. Rieslingwein eignet sich außerdem zur Herstellung von Schaumwein.

 

Verbreitung

2016 betrug die globale Anbaufläche von Riesling 59.805 ha. Deutschland hat den größten Flächenanteil. Die zehn Länder mit der größten Anbaufläche haben zusammen 81,5 % der gesamten Rebflächen für Riesling.

In Deutschland wurden 2013 insgesamt etwa 103.000 ha Rebanbaufläche kultiviert. Riesling ist mit 23.960 ha Anbaufläche (2018) die am weitesten verbreitete Rebsorte. Sie nimmt über 23 % der Rebfläche ein und wird in allen deutschen Weinbaugebieten kultiviert. Die größten Riesling-Anteile hat der Rheingau, die größte Riesling Fläche hat die Pfalz.

 

 

Quelle:

Seite „Riesling“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 3. November 2020, 09:50 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Riesling&oldid=205156542 (Abgerufen: 9. Dezember 2020, 21:53 UTC)